1. Zuerst die Einladung, dann den Kleiderschrank öffnen
Die wichtigste Frage lautet nicht: Was trägt man dieses Jahr? Sondern: Was ist für diesen Abend vorgesehen?
Ein Apéro im Büro verlangt etwas anderes als ein gesetztes Dinner im Hotel. Lesen Sie deshalb zuerst die Einladung. Gibt es einen Dresscode, ist er der Ausgangspunkt. Fehlt er, helfen der Veranstaltungsort und die übliche Kleidung im Unternehmen bei der Einordnung.
Als Orientierung funktioniert eine Stufe festlicher als im Arbeitsalltag oft gut. Wer täglich Jeans trägt, muss deshalb nicht gleich zum Dreiteiler greifen. Wer normalerweise im Anzug arbeitet, kann den Abend über ein anderes Hemd, eine Krawatte oder ein Einstecktuch vom Bürotag unterscheiden.
Bleibt der Rahmen unklar, fragen Sie beim Organisationsteam nach. Das ist einfacher, als einen ganzen Abend am eigenen Outfit zu zweifeln.
2. Der Apéro: Sakko und separate Hose
Für einen lockeren Weihnachts-Apéro ist eine Kombination aus Sakko und separater Hose ein guter Ausgangspunkt. Sie wirkt bewusst zusammengestellt, ohne dem Anlass zu viel Gewicht zu geben.
Zum Beispiel: ein dunkelblaues Sakko, eine mittelgraue Wollhose und ein hellblaues Hemd. Dazu dunkelbraune Lederschuhe. Die Krawatte kann bei einem ungezwungenen Rahmen zu Hause bleiben.
Entscheidend ist, dass sich Sakko und Hose sichtbar unterscheiden. Zwei fast identische Blautöne sehen schnell aus wie ein Anzug, dessen Teile nicht zusammengehören. Ein klarer Unterschied in Farbe oder Struktur wirkt stimmiger.
Ein feiner Rollkragenpullover ist eine Alternative zum Hemd. Er sollte unter dem Sakko genug Platz haben, ohne die Ärmel auszufüllen oder am Kragen aufzutragen. Probieren Sie die Kombination zusammen an – jedes Stück für sich kann passen und übereinander trotzdem zu eng sein.
Und die Jeans? Bei einer ausdrücklich lockeren Feier kann eine dunkle, schlichte Jeans funktionieren. Für ein gehobenes Firmenessen ist eine Woll- oder Anzughose die verlässlichere Wahl.
3. Das Firmenessen: ein dunkler Anzug
Für das Weihnachtsessen im eleganten Restaurant bietet sich ein Anzug in Dunkelblau oder Anthrazit an. Dazu ein weisses oder hellblaues Hemd und gepflegte Lederschuhe. Die Kombination lässt sich leicht an den Grad der Förmlichkeit anpassen.
Mit Krawatte wirkt sie verbindlicher. Ohne Krawatte entspannter – sofern Einladung und Unternehmenskultur das zulassen. Achten Sie dann darauf, dass der Hemdkragen unter dem Sakko sauber liegt. Ein zusammenfallender Kragen lässt auch einen guten Anzug nachlässig aussehen.
Festlichkeit braucht nicht viele Extras. Eine Krawatte in Bordeaux, ein zurückhaltendes Einstecktuch oder ein Stoff mit feiner Struktur kann bereits genügen. Wählen Sie einen Akzent und lassen Sie den übrigen Teilen Ruhe.
Prüfen Sie den Anzug auch im Sitzen. Beim Essen verbringen Sie mehr Zeit am Tisch als vor dem Spiegel. Der Hosenbund sollte nicht einschneiden, das Hemd nicht zwischen den Knöpfen aufziehen. Das Sakko öffnen Sie beim Hinsetzen.
Ob Schulter, Kragen und Ärmel stimmen, zeigt unser Sakko-Passformcheck.
4. Der festliche Abend: den Dresscode ernst nehmen
Steht auf der Einladung «festlich» oder «Cocktail», ist ein dunkler Anzug mit hellem Hemd und einer sorgfältig gewählten Krawatte häufig ein passender Ausgangspunkt. Wie förmlich der Look ausfallen soll, hängt auch hier vom Gastgeber und Veranstaltungsrahmen ab.
«Black Tie» ist dagegen eine konkrete Vorgabe: Gemeint ist ein Smoking mit passendem Smokinghemd und schwarzer Fliege. Ein schwarzer Businessanzug wird durch eine Fliege nicht zum Smoking.
Bei einem solchen Anlass lohnt sich die frühe Rückfrage, wenn Sie unsicher sind. So bleibt genügend Zeit, die passende Garderobe zusammenzustellen.
Auch ohne vorgeschriebenen Smoking kann ein Abend festlich sein. Ein gut sitzender dunkler Anzug, ein frisch gebügeltes Hemd und sorgfältig gepflegte Schuhe tragen oft mehr zum Eindruck bei als auffällige Muster oder glänzende Accessoires.
5. Was den Look zusammenhält
Der Gesamteindruck entsteht auch an den Stellen, denen man bei der Vorbereitung wenig Aufmerksamkeit schenkt.
- Die Schuhe: Wählen Sie ein gepflegtes Paar, das zur Förmlichkeit des Outfits passt und in dem Sie mehrere Stunden stehen können. Der lange Firmenabend ist kein idealer erster Einsatz für ungetragene Schuhe.
- Die Socken: Mit ausreichend langen Socken bleibt das Bein auch im Sitzen bedeckt. Dunkelblau oder Anthrazit lassen sich unkompliziert zur entsprechenden Hose kombinieren.
- Der Mantel: Probieren Sie ihn über dem vollständigen Outfit an. Er sollte das Sakko bedecken und an Schulter und Oberarmen genügend Bewegungsfreiheit lassen. Ein Mantel, der über einem Hemd sitzt, kann über einem Anzug zu knapp sein.
- Die Accessoires: Krawatte und Einstecktuch dürfen miteinander harmonieren, ohne aus demselben Stoff zu bestehen. Ein ruhiger Farbton, der an einer zweiten Stelle wieder auftaucht, reicht häufig aus.
Legen Sie alles einmal zusammen bereit. Was auf dem Bügel einzeln überzeugt, muss noch keine stimmige Kombination ergeben.
6. Wann Sie mit der Vorbereitung beginnen sollten
Probieren Sie einen vorhandenen Anzug einige Wochen vor dem Weihnachtsessen an. Körper, Haltung und persönliches Empfinden können sich seit dem letzten Tragen verändert haben. Kontrollieren Sie dabei auch Hemd und Schuhe.
Wenn Sie einen neuen Massanzug planen, gehört der Veranstaltungstermin bereits ins erste Beratungsgespräch. Bei LECIANO dauert die Anfertigung in der Regel drei bis vier Wochen ab Massabnahme. Planen Sie zusätzlich etwas Reserve ein und lassen Sie sich den möglichen Übergabetermin persönlich bestätigen.
Es lohnt sich, über diesen einen Abend hinauszudenken. Ein dunkelblauer oder anthrazitfarbener Anzug kann Sie später auch zu Geschäftsessen, ins Büro und zu weiteren Einladungen begleiten. Hemd und Accessoires verändern seinen Charakter, ohne dass Sie jedes Mal neu beginnen müssen.
Im Showroom an der Albisstrasse 88 in Zürich besprechen wir, was zum Anlass passt – und was Sie danach weiterhin gerne tragen werden.


