Dresscodes sind keine Schikane des Gastgebers, sondern eine Hilfe: Sie sagen, wie festlich der Abend wird, damit niemand im Pullover neben Gästen im Smoking steht. Vom förmlichsten zum lockersten sind es im Wesentlichen fünf Stufen. Für Herren sehen sie so aus.
Black Tie: der Smoking
Black Tie ist der festlichste Dresscode, dem man heute regelmässig begegnet – bei Galas, Bällen, Opernpremieren und oft an Silvester. Gemeint ist der Smoking, nicht ein schwarzer Anzug mit Fliege. Der Unterschied liegt im Detail: Beim Smoking sind die Revers mit Seide belegt, die Knöpfe ebenfalls, und an der Hose läuft ein Seidenstreifen, der Galon, die Aussennaht entlang.
- Smoking in Schwarz oder Mitternachtsblau, ein Knopf, Spitz- oder Schalkragen.
- Smokinghemd in Weiss mit verdeckter Knopfleiste oder Plissee-Brust – Manschettenknöpfe gehören dazu.
- Fliege in Schwarz, passend zum Revers – zum Binden, nicht vorgebunden, wenn es ganz richtig sein soll.
- Schuhe: schwarze Oxford, hochglänzend poliert oder aus Lackleder.
- Ohne Gürtel: Die Smokinghose hält mit Seitenverstellern oder Hosenträgern. Kummerbund oder Weste sind möglich, aber kein Muss.
Mitternachtsblau wirkt bei Kunstlicht oft tiefer als Schwarz und ist deshalb keine Notlösung, sondern ein Klassiker. Ein Beispiel ist unser Smoking aus Stretch-Twill in Navy Blue, dazu passt das schlichte Smokinghemd.
Und White Tie?
White Tie steht noch über Black Tie: Frack, weisse Pikee-Weste und weisse Fliege. In der Schweiz begegnet man ihm fast nur bei Staatsempfängen und grossen Bällen. Steht White Tie auf der Einladung, gibt es keinen Spielraum: Dann ist der Frack Pflicht, ein Smoking genügt nicht.
Cocktail: der dunkle Anzug
Cocktail liegt eine Stufe unter Black Tie und ist der häufigste Dresscode für Abendeinladungen, Vernissagen und festliche Firmenanlässe. Für Herren heisst das: ein dunkler Anzug in Marine, Anthrazit oder Schwarz, ein helles Hemd und eine Krawatte. Ein Smoking wäre hier zu viel.
Den Unterschied zum Büro machen die Details. Ein seidenes Einstecktuch, eine Krawatte mit leichtem Glanz, polierte Schuhe statt Alltagsschuhen. Im Winter ist auch ein Sakko aus Samt in Dunkelblau oder Bordeaux zu einer dunklen Hose möglich – vorausgesetzt, der Gastgeber meint den Abend eher gesellig als offiziell.
Business Attire: der Anzug
Business Attire, auf Deutsch oft „Geschäftskleidung“ oder „dunkler Anzug“, ist der klassische Bürodresscode für Kundentermine, Verwaltungsratssitzungen und offizielle Mittagessen. Er verlangt einen Anzug, keine Kombination aus Sakko und anderer Hose.
- Anzug in Marine oder Grau, gedeckt, allenfalls mit feinem Nadelstreifen.
- Hemd in Weiss oder Hellblau, mit Krawatte.
- Schuhe aus glattem Leder in Schwarz oder Dunkelbraun, am besten Oxford.
- Gürtel in der Farbe der Schuhe, Socken in der Farbe der Hose.
Weil dieser Anzug am häufigsten getragen wird, lohnt sich bei ihm die Passform am meisten. Woran Sie sehen, ob ein Sakko wirklich sitzt, zeigt unser Beitrag Passt das Sakko? – sechs Stellen, ein Blick in den Spiegel.
Business und Smart Casual
Bei diesen beiden Dresscodes passieren die meisten Missverständnisse. Business Casual bedeutet: Sakko ja, Krawatte nein. Typisch ist die Kombination aus Sakko und Stoffhose in unterschiedlichen Farben, dazu ein Hemd mit offenem Kragen oder ein feiner Strickpullover und Lederschuhe oder Loafer.
Smart Casual ist noch einmal lockerer: Das Sakko wird optional, ein Strickpolo oder ein Pullover mit Zip-Kragen ersetzt das Hemd, Chinos sind erlaubt, gepflegte Ledersneaker auch. Was beide Dresscodes ausschliesst: Jeans mit Löchern, Sportschuhe, T-Shirts mit Aufdruck. „Casual“ heisst lässig, nicht beliebig.
Weihnachtsfeier und Silvester
Zwischen November und Neujahr häufen sich die Einladungen – und oft steht kein Dresscode darauf. Drei Faustregeln helfen:
- Weihnachtsfeier im Betrieb: eine Stufe über dem Büroalltag. Wer sonst Business Casual trägt, kommt im Anzug, die Krawatte darf weg. Wer täglich Anzug trägt, wählt den dunkelsten und ergänzt ein Einstecktuch.
- Firmenessen im Restaurant: dunkler Anzug, Krawatte nach Haus. Abends wirken dunkle Töne festlicher als Hellgrau oder Beige.
- Silvester: Steht Black Tie auf der Einladung, gilt der Smoking. Sonst ist der dunkle Anzug mit Fliege oder seidener Krawatte eine sichere Wahl.
Im Winter dürfen die Stoffe schwerer werden: Flanell, ein dichterer Wollstoff oder Samt beim Sakko sehen nicht nur passend aus, sie halten auch warm. Und auf dem Weg zum Fest gehört ein Mantel darüber, der lang genug ist, um das Sakko ganz zu bedecken.
Wer für die Feiern im Dezember etwas nach Mass möchte, plant am besten jetzt: In der Regel dauert es 3–5 Wochen ab Massabnahme bis zur Übergabe, mit Express höchstens 3 Wochen gegen einen Aufpreis von CHF 150.–. Termine im Showroom in Zürich vereinbaren Sie online.
Steht nichts auf der Einladung?
Dann geben Uhrzeit, Ort und Anlass die Richtung vor. Ein Abendessen ab 19 Uhr in einem guten Restaurant ist festlicher als ein Apéro am Nachmittag; ein Hotelsaal festlicher als eine Werkstatt. Im Zweifel gilt die alte Regel:
Lieber eine Stufe zu gut angezogen als eine zu schlecht – die Krawatte lässt sich abnehmen, ein fehlendes Sakko nicht.
Und wer ganz sicher sein will, fragt einfach nach. Kein Gastgeber nimmt die Frage übel – sie zeigt, dass man seinen Abend ernst nimmt.


